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Regionale Nachrichten

Einstellungsbarrieren für Menschen mit Behinderung in Bremen

In Bremen haben Unternehmen oft Schwierigkeiten, Menschen mit Behinderung einzustellen. Mythen und Fakten zeigen die Herausforderungen und Chancen auf.

Lukas Wagner9. Juli 20262 Min. Lesezeit

In Bremen ist die Einstellung von Menschen mit Behinderung ein weniger verbreitetes Phänomen als in anderen deutschen Städten. Dies wirft Fragen über die Ursachen und die bestehenden Vorurteile auf, die möglicherweise Unternehmen davon abhalten, eine vielfältigere Belegschaft zu fördern. In diesem Artikel werden einige gängige Mythen und die dazugehörigen Fakten beleuchtet.

Mythos: Unternehmen haben keine geeigneten Stellen für behinderte Menschen

Dieser Mythos impliziert, dass es in Unternehmen keine Tätigkeiten gibt, die für Menschen mit Behinderung geeignet sind. In Wirklichkeit lassen sich viele Positionen anpassen, um den spezifischen Bedürfnissen von Mitarbeitenden gerecht zu werden. Verschiedene Arbeitsplatzanpassungen, wie ergonomische Möbel oder flexible Arbeitszeiten, können es Menschen mit Behinderung ermöglichen, ihre Fähigkeiten optimal einzubringen.

Mythos: Die Einstellung von Menschen mit Behinderung ist zu teuer

Ein häufiges Vorurteil besagt, dass die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung mit übermäßigen Kosten verbunden ist. Dabei gibt es diverse Fördermöglichkeiten und Zuschüsse, die Unternehmen in Anspruch nehmen können. Diese finanziellen Anreize können häufig die zusätzlichen Kosten für spezielle Bedürfnisse und Anpassungen ausgleichen. Zudem bringen viele Mitarbeitende mit Behinderung wertvolle Perspektiven und Engagement mit, wodurch langfristig auch wirtschaftliche Vorteile entstehen können.

Mythos: Menschen mit Behinderung sind weniger produktiv

Der Glaube, dass Menschen mit Behinderung grundsätzlich weniger produktiv sind, ist nicht nur unzutreffend, sondern auch diskriminierend. Forschungsarbeiten zeigen, dass die Produktivität von Menschen mit Behinderung oft gleichwertig ist, wenn geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das individuelle Potenzial hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann nicht pauschal beurteilt werden.

Mythos: Unternehmen haben Angst vor rechtlichen Konsequenzen

Es gibt die Annahme, dass Unternehmen zögern, Menschen mit Behinderung einzustellen, aus Angst, rechtliche Ansprüche oder Klagen gegenüberstehen zu müssen. In der Praxis ist es jedoch so, dass die meisten Unternehmen die rechtlichen Anforderungen kennen und in der Lage sind, diese zu erfüllen. Die wachsende Awareness und Schulungen in Sachen Diversität fördern oft ein besseres Verständnis und minimieren das Risiko rechtlicher Probleme.

Mythos: Menschen mit Behinderung benötigen mehr Schulungen

Schließlich hält sich der Mythos, dass Menschen mit Behinderung mehr Schulungen und Unterstützung benötigen als andere Mitarbeitende. Das ist nicht immer der Fall. Während individuelle Anpassungen eventuell notwendig sind, bringen viele Menschen mit Behinderung bereits Qualifikationen und berufliche Erfahrungen mit. Ein effektives Onboarding und kontinuierliche Weiterbildung profitieren nicht nur diese Mitarbeitenden, sondern das gesamte Unternehmen.

Ein offenes und positives Arbeitsumfeld, das Vielfalt schätzt, ist entscheidend für die Inklusion in der Wirtschaft. Unternehmen in Bremen könnten von der Einstellung von Menschen mit Behinderung stark profitieren, wenn sie bestehende Mythen hinterfragen und deren Potenziale erkennen.

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